Fashion: Dürfen wir vorstellen? Das Fair Fashion Label „Myrka Studios“

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Fashion: Dürfen wir vorstellen? Das Fair Fashion Label „Myrka Studios“

Coole Designs, schlichte Farben und nachhaltige Materialien

Die Freundinnen Lia (22) und Lydia (25) gründeten letztes Jahr das Berliner Fair-Fashion-Label „Myrka Studios“. Mittlerweile haben die beiden ein Atelier, in dem sie arbeiten und einen Online-Shop, in welchem man ihre Kollektion kaufen kann. Wir haben mit Lydia über die Marke, die Philosophie dahinter und die Entstehungsgeschichte des Labels gesprochen.

Unser Interview mit Lydia von „Myrka Studios“:


1. Woher kennt ihr zwei euch?
Lydia: Lia und ich haben uns Ende 2013 an einer Uni in Berlin kennengelernt. Wir haben dort beide einen Probe-Studiengang in Kommunikationsdesign belegt. Wir kannten beide niemanden und ich habe ihr einfach ein Kompliment für ihre Bluse gemacht. So kamen wir ins Gespräch. Ich blieb bei Kommunikationsdesign, Lia entscheid sich dann doch für ein Modedesign-Studium. Beide zogen wir aber nach Berlin, hielten seit diesem ersten Treffen Kontakt und es entwickelte sich eine enge Freundschaft.
2. Und wo kommt ihr ursprünglich her?
Lydia: Ich komme aus der Schweiz und Lia aus der Nähe von Frankfurt.
3. Wie entstand die Idee für „Myrka“?
Lydia: Uns beide haben Thema wie Fair Fashion oder vegan leben schon immer interessiert. 2015 saßen wir dann mal ganz klassisch vor einem Kino-Besuch bei einem Glas Wein zusammen und stellten fest, dass es noch zu wenig coole Fair-Fashion-Labels gibt. Eigentlich ist die Idee sozusagen aus Eigenbedarf entstanden 😉 Wir haben dann also ein bisschen überlegt und herumgesponnen aber es war halt nur eine Idee bei einem Glas Wein. Doch am nächsten Tag haben wir uns dann wieder getroffen, uns angeschaut und gesagt: eigentlich sollten wir das wirklich machen! Und dann ging auch schon die Planung los.
4. Und wie ging es dann weiter?
Lydia: Ein halbes Jahr später, also im Sommer 2016, hatten wir uns dann endlich durch den ganzen Papierkram gekämpft und konnten „Myrka“ wirklich gründen. Unsere erste Kooperation hatten wir dann im Winter darauf und die lief wahnsinnig gut. Also war klar, dass wir weiter machen wollten. Allerdings benötigten wir für die Produktion etc. ziemlich viel Geld. Also entschieden wir uns Anfang diesen Jahres dazu, es mit Crowdfundig zu probieren. Und tatsächlich haben wir es geschafft, 25.000 Euro zu sammeln. Damit war „Myrka“ gesichert.
5. Designt ihr die Teile alle selbst?
Lydia: Ja! Anfangs besprechen wir gemeinsam, welche Teile wir machen wollen. Wir erstellen Moodboards, treffen die Farbauswahl usw. Lia stellt daraus dann eine Kollektion zusammen und kreiert das fertige Design.
6. Woher bekommt ihr eure Stoffe?

Lydia: Wir sind viel auf Messen unterwegs und suchen dort nach nachhaltigen Stoffen. Zum Glück hat sich in diesem Bereich in den letzten Jahren super viel getan und es gibt immer mehr Anbieter und eine größerer Auswahl. Trotzdem müssen wir sehr intensiv recherchieren und nachforschen, wo die Stoffe wirklich herkommen. Wir legen großen Wert darauf, dass der Stofflieferant uns die komplette Produktions-Kette offenlegen kann und das auch tut. Transparenz ist uns wahnsinnig wichtig.
7. Wo werden die Teile produziert?
Lydia: Lia kann natürlich die Teile für den Verkauf nicht alle alleine mit ihrer Nähmaschine produzieren. Wenn das Design, der Schnitt und der Stoff für die einzelnen Produkte steht, schicken wir die Produktions-Sheets mit den Schnittmustern und den Stoffen an unsere beiden Schneiderinnen hier in Berlin und an unsere Produktionsstätte in Cottbus.
8. In Deutschland zu produzieren ist nicht gerade günstig, oder?
Lydia: Im Vergleich zu anderen Ländern ist die Produktion in Deutschland tatsächlich sehr kostspielig, das merken wir auch immer erneut in der Kalkulation. Das ist auch der Grund, warum unsere Teile einen gewissen Wert haben. Doch wir haben auch gemerkt, wie positiv unsere Kunden auf das «Made in Germany» reagieren und bereit sind, dafür mehr auszugeben.
9. Auf was legt ihr bei „Myrka“ besonders wert?
Lydia: Ganz wichtig ist uns, wie schon erwähnt, Transparenz. Wir wollen den Menschen, die unsere Kleidung kaufen, genau sagen können, wo alles her kommt und wer es unter welchen Umständen produziert hat. Diese Infos stehen deshalb auch immer auf den Etiketten unserer Produkte. Außerdem legen wir natürlich großen Wert auf Nachhaltigkeit. Unsere übernächste Kollektion soll komplett recyclebar und in den Kreislauf zurückzuführen sein. Daran arbeiten wir momentan.
10. Jetzt musst du mir noch verraten, was es mit dem Namen „Myrka“ auf sich hat!
Lydia: Diese Frage wird uns tatsächlich sehr oft gestellt. Es ist einfach so, dass sich unsere Nachnamen nicht wirklich gut für einen Markennamen eignen und unsere Vornamen klingen in Kombination einfach zu kindlich. Also haben wir darüber nachgedacht, was uns auszeichnet, worauf wir Wert legen und was unser Stil ist. Und da unser Stil sehr skandinavisch geprägt ist, sind wir bei der Recherche auch auf eine isländische Sage gestoßen. Dort tauchte dieser Name auf. Es war der Name eines weißen Pferdes. Wir fanden beide direkt diese Symbolik sehr schön. Als wir dann eine Liste mit allen potenziellen Namen für unser Label machten und eine kleine Umfrage im Freundeskreis starteten, kam „Myrka“ einfach bei allen am besten an.
11. Gibt es etwas, das ihr modebewussten Frauen mitgeben wollt?
Lydia: Es ist so viel mehr wert, wenn man etwas mehr Geld für ein hochwertiges Teil ausgibt, das man dann sehr lange tragen kann, als sich zehn Teile für ein paar Euro zu kaufen und diese dann alle nach ein paar Monaten wegzuschmeißen. Fast Fashion wird auf Dauer nicht funktionieren können und macht vor allem nicht glücklich. Investiert lieber in Dinge, die es wert sind!

Hier geht es zur Website und zum Online Shop 

Wir haben selbst ein paar Teile aus der super schönen Kollektion von „Myrka Studios“ anprobiert und sind absolut begeistert 🙂 Seht selbst: 


Mantel: 350€
Pullover: 130€
Culotte: 160€


„Es ist so viel wert, etwas mehr Geld für ein Teil auszugeben, das einem richtig gut gefällt, das aus guten Materialien ist und das man richtig lange tragen kann und möchte.“Lydia (Myrka Studios)

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