Kolumne: Eine Liebeserklärung an das Reisen

In Lifestyle by Anja2 Comments

Kolumne: Eine Liebeserklärung an das Reisen

Und was ich so gar nicht verstehen kann

Generell würde ich mich als ziemlich tolerant beschreiben. Es gibt allerdings eine Sache, die ich absolut nicht nachvollziehen und mit der ich auch nur schwer umgehen kann: Menschen, die nicht gerne reisen. Wie kann man die Welt nicht sehen wollen? Keine neuen Orte erkunden und interessante Menschen treffen wollen? Keine Speisen probieren, die man noch nie zuvor gegessen hat und Traditionen kennenlernen, von denen man nicht einmal wusste, dass sie existieren. Nein, ich muss sagen, mit solchen Menschen kann ich leider nicht viel anfangen. Natürlich kann sich nicht jeder teure Flüge in exotische Länder leisten. Aber meist sind die für uns günstigsten Länder auch gleichzeitig die schönsten und wenn man frühzeitig bucht, kann man für ca. 500 Euro ans andere Ende der Welt und wieder zurück fliegen. Das Thema Geld ist in Sachen Reisen also keine Ausrede, finde ich. Auf unserem 17-tägigen Lombok-Trip diesen Mai habe ich sogar weniger Geld ausgegeben, als in der gleichen Zeit in München. Einfach weil die Kosten für Essen, Unternehmungen und Unterkünfte dort so günstig sind. 
Was ich übrigens ebenso wenig verstehen kann, sind Menschen Mitte 20, die jedes Jahr in das selbe All-Inklusive-Hotel nach Mallorca fliegen. Klar, Malle ist schön und wenn es einem irgendwo richtig gut gefällt, möchte man dort immer wieder hin. Aber Leute, das könnt ihr doch auch machen, wenn ihr Kinder habt oder alt seid. Jetzt sind wir doch im perfekten Alter, um die Welt zu bereisen. Jung aber nicht mehr ganz unerfahren, fit, wissbegierig, neugierig. Und es gibt absolut nichts, was uns vom Reisen abhalten kann. Okay, außer Job, Ausbildung oder Uni. Aber wir haben alle Urlaubstage und im besten Falle sogar Semesterferien, die wir zum Welt-Entdecken nutzen können. Die einzige Ausrede, die ich in Sachen Nicht-Reisen gelten lasse, ist Flugangst. Ja, man kann auch per Zug und Auto in den Urlaub fahren aber wer wirklich weit weg will, muss früher oder später in ein Flugzeug steigen. Und wenn man das nun mal auf keinen Fall kann, ist es einfach verdammt doof. Ich liebe das Fliegen jetzt auch nicht gerade. Und besonders vor dem Start habe ich meist ein mulmiges Gefühl. Aber ich denke mir jedes Mal: „Anja, wenn du am schönsten Strand liegen willst, den du je gesehen hast, musst du da jetzt durch“. Und damit überzeuge ich mich immer wieder selbst. Und ich kann euch gar nicht sagen, wie froh ich darüber bin.
Die Leidenschaft für’s Reisen wurde mir praktisch in die Wiege gelegt. Mein Vater hat in den 70er Jahren die abenteuerlichsten Urlaube gemacht und ich wurde im Alter von nicht mal einem Jahr erstmals in ein Flugzeug mitgenommen. Jedes Jahr machten meine Eltern mit meiner Schwester und mir eine große Reise in ein Land, in dem wir vorher noch nie waren. Schon als Kind hat mich das fasziniert. Wobei ich damals eher Wert auf große Pools mit tollen Rutschen legte. Und damals kam mir ein zweiwöchiger Urlaub auch noch richtig lang vor. Das änderte sich leider, je älter ich wurde.
Nach dem Abschluss meiner journalistischen Ausbildung 2013 entschloss ich mich dann, eine Reise zu machen, die länger als zwei Wochen dauert. Genauer gesagt war ich gut vier Monate unterwegs. In sechs Ländern, die ich alle noch nicht kannte. Namibia, Südafrika, Argentinien, Chile, Peru und Kuba. Ich kann euch nur sagen: das war die beste Entscheidung, die ich hätte treffen können und ich zehre bis heute von den Erfahrungen dieser Reise. Ich muss dazu sagen, dass ich das Ganze nicht alleine, sondern mit meinem damaligen Freund gemacht habe. Einfach, weil ich nicht der Typ für’s alleine reisen bin. Ich finde es einfach schöner, Erlebnisse mit jemandem zu teilen. Wenn man aber wirklich mal eine Weile weg von Freunden, Familie, Verpflichtungen und seiner gewohnten Umgebung ist, und vor allem seine eigene Komfortzone verlässt, geht das Abenteuer erst richtig los und man lernt wahnsinnig viel über sich selbst. Ich denke so oft an die Eindrücke und Erlebnisse während dieser vier Monate zurück. Immer noch fragen mich Freunde und Bekannte nach Tipps für ihre nächsten Reisen. Und vor allem freue ich mich so sehr, dass ich über Facebook und Co. immer noch mit den vielen, so wundervollen Menschen, die wir auf der Reise kennengelernt haben, vernetzt bin. Leute aus aller Herren Länder, mit denen wir abends ein Bier am Lagerfeuer getrunken, die Wanderung zu Machu Picchu gemeistert oder einfach Spaß im Hostel gehabt haben. All das möchte ich nicht missen. Im Gegenteil: ich will noch mehr davon!
„Travel is the only thing you buy that makes you richer“. Diese Weisheit ist vielleicht abgedroschen aber einfach sowas von wahr. Die Erfahrungen, Erlebnisse und Erinnerungen, die einem das Reisen schenkt, sind mit keinem Geld dieser Welt zu bezahlen.

Share this Post

Comments

  1. Toll toll toll und ich bin 100% gleicher Meinung wie du. Dann weiss ich nun, an wen ich mich wenden kann, wenn’s (hoffentlich) bald nach Argentinien / Chile geht. Happy Day und macht weiterhin so tolle Arbeit! 🙂

    1. Author

      Liebe Nora,
      vielen Dank für deine lieben Worte! Sag jederzeit Bescheid, wenn du Infos oder Tipps brauchst!!! Fühl dich gedrückt 🙂

Leave a Comment