Kolumne: Warum „Rock“ nie aus der Mode kommt

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Kolumne: Warum „Rock“ nie aus der Mode kommt

Egal ob als Musikrichtung oder Modestil

Denkt jetzt bitte mal kurz an euer 15-jähriges „Ich“ zurück. Na, schämt ihr euch ein bisschen? Oder müsst ihr schmunzeln? Ich kann bei diesem Gedanken eigentlich nur belustigt den Kopf schütteln. Denn mit 15 Jahren war ich ein kleiner Rebell, habe viel zu viel Kajal benutzt und ausschließlich Rock-Musik gehört. Pop- und RnB-Songs (die ich heutzutage liebe) waren mir in dieser Zeit viiiel zu soft und schnulzig. Damals war ich Good Charlotte Fan, wollte Gitarre spielen lernen und mir ein Zungenpiercing stechen lassen. Und natürlich trug ich nur dunkle Klamotten, gerne auch mit Löchern und völlig abgerockte, bemalte Converse. Nun habt ihr eine grobe Vorstellung der Teenager-Anja. Viel habe ich heute nicht mehr mit ihr gemeinsam aber eines muss ich ihr zugutehalten: Sie hat damals schon gecheckt: Rock geht immer. Ja, natürlich hat sie es total übertrieben und extrem ausgelegt aber das ist ja normal für Teenies, oder? 
Aber jetzt mal ehrlich: Rockmusik haben unsere Eltern und teilweise sogar Großeltern schon gehört, auf allen Radiosendern laufen Rock-Klassiker rauf und runter und sogar in der heutigen Musikwelt, die vor allem von DJs und Rappern beherrscht wird, tauchen immer wieder neue, wahnsinnig gute Bands mit Gitarren, guten Texten und derben Klängen auf. Und das zurecht! Denn während liebliche Popsongs und die Beats von DJs eher schnelllebig sind und man sich oft nach kurzer Zeit daran satt gehört hat, sind Rocksongs irgendwie zeitloser und sprechen mehrere Generationen gleichzeitig an. Vielleicht liegt es auch an dem coolen Image solcher Bands. Rocker, die mit Groupies wilde Partys in Hotelzimmern feiern, Gitarren auf der Bühne zertrümmern und vielleicht auch nicht jeden Tag duschen – irgendwie schon faszinierend. Und vielleicht auch ein bisschen sexy…  Sie haben etwas Verbotenes und wirken verrucht. Man denkt sich bei ihrem Anblick oft: „Irgendwie siehst du ein bisschen eklig aus aber trotzdem finde ich dich heiß“. Deswegen schaffen es auch weniger gut aussehende Rocker wohl auch immer wieder, sich wunderschöne Supermodels anzulachen. Kate Moss kann davon ein Lied singen. Aber irgendwas haben sie einfach. Und wenn diese einzigartige Männer-Spezies dann auch noch wirklich gute Musik macht, stimmt einfach das Gesamtpaket. Deswegen funktioniert das Konzept „Rockband“ wahrscheinlich auch schon seit so vielen Jahrzehnten. 
Genau so ist es mit rockiger Mode. Mit einer dunklen Jeans, coolen Boots, T-Shirt und Lederjacke war und ist man immer richtig angezogen. Völlig egal, was in der Fashionwelt gerade angesagt ist: mit einem rockigen Look kann man eigentlich nie etwas falsch machen. Und ich sage euch was: ich bin echt froh, dass es sowas noch gibt. Ich bin zwar sehr modebewusst, dadurch natürlich auch trendorientiert und mache seit vielen Jahren die meisten Modetrends mit. Das macht mir auch Spaß. Trotzdem ist es doch einfach schön, dass es auch in der Modewelt sowas wie einen sicheren Hafen gibt, in den man jederzeit zurück schwimmen kann, wenn man sich gerade nicht sicher ist. Eine Stilrichtung, die einfach nicht aus der Mode kommt, die fast jeder Frau steht und die es auch wirklich jedes Jahr auf’s Neue in den Geschäften zu kaufen gibt. Genau wie in der Musikwelt: alles kommt und geht, aber Rock wird bleiben und viele jetzt moderne Hits und Musikrichtungen überdauern. Und das ist auch völlig okay. Irgendwas muss es doch geben, was unsere Großeltern, uns selbst und auch mal unsere Kinder miteinander vereint. Außerdem reißen einen Rocksongs oft einfach mit, oder? Vielleicht könnt ihr das nicht nachvollziehen aber obwohl ich heutzutage Fan von Coldplay, Beyonce und Co. bin, raste ich immer noch am meisten aus, wenn „Mr. Brightside“ von den Killers irgendwo läuft. Dafür gibt es keinen wirklichen Grund. Es ist einfach das Gefühl, das gute Rockmusik in einem auslöst. 

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