Lifestyle: Ein Interview zum Thema „Clean Eating“

In Lifestyle by AnjaLeave a Comment

Lifestyle: Ein Interview zum Thema „Clean Eating“

Wie funktioniert dieses Ernährungsmodell und was bringt es?

„Clean Eating“ – ständig hört oder liest man diesen Begriff. Doch was ist das überhaupt? Wie funktioniert das „saubere Essen“ und wie einfach ist es umzusetzen? Da wir uns sehr für dieses Thema interessieren, aber selbst nur wenig Ahnung davon haben, hat uns die liebe Julia unterstützt und uns alle Fragen rund um das angesagte Ernährungsmodell beantwortet. Julia ist 32 Jahre alt und ernährt sich seit über sechs Jahren „clean“. Seit etwa drei Jahren bloggt sie auf www.juliefeelsgood.de darüber. 

Wie bist du zum „Clean Eating“ gekommen? 
„Eigentlich durch meinen Mann. Er war Profisportler und in der Sportszene sehr aktiv. Und dazu gehört natürlich auch eine gesunde Ernährung. Als wir zusammengekommen sind, habe ich mich automatisch auch mehr mit dem Thema Ernährung befasst und mit ihm gemeinsam gesünder gegessen. Dann habe ich schnell gemerkt, wie gut es mir damit geht und wie wohl ich mich fühle. Es ging mir überhaupt nicht darum abzunehmen aber er hat nunmal gesund gekocht und ich habe einfach mitgegessen. Tatsächlich hat sich die gesunde und ausgewogene Ernährung super schnell positiv auf meine Stimmung, meine Haare und meine Haut ausgewirkt und dann bin ich natürlich dran geblieben und habe mich immer weiter informiert. Irgendwann bin ich im Internet auf den amerikanischen Begriff „Clean Eating“ gestoßen. In Deutschland war das damals noch komplett unbekannt aber mich hat dieses Ernährungsprinzip sofort fasziniert“.
Was genau bedeutet „Clean Eating“?
„Vereinfacht gesagt heißt es, dass man keine verarbeiteten Lebensmittel zu sich nimmt. Also man verzichtet auf raffinierten Zucker, Aroma- und Farbstoffe, Fertigprodukte und einfach alles, was in irgendeiner Form weiterverarbeitet wurde. Das ist die Grundlage. Zusätzlich kommt es aber auch noch darauf an, wie viel man isst. Man sollte über den Tag verteilt fünf bis sechs kleinere Portionen, anstatt drei großer Hauptmahlzeiten essen. Und auch die Ausgewogenheit, also das gesunde Gleichgewicht von Eiweiß, Kohlenhydraten und gesunden Fetten spielt eine große Rolle beim „Clean Eating“. 
Ist diese Ernährung vegetarisch oder vegan? 
„Nicht zwingend. Vegetarisch oder vegan muss man nicht essen, um sich „clean“ zu ernähren. Fisch und Fleisch sind ja natürliche Produkte. Ich persönliche ernähre mich aber hauptsächlich vegetarisch, einfach weil mir Fleisch nicht so gut schmeckt. Wenn man allerdings Veganerin ist, könnte es eventuell schwierig werden im „Clean Eating“ die Balance zwischen Kohlenhydraten, Eiweiß und Fetten zu halten“.
War es anfangs schwierig oder hart, auf die „cleane“ Ernährung umzusteigen? 
„Einfach war es nicht aber ich bin das Ganze eher locker angegangen und wollte es zu Anfang einfach mal testen. Außerdem habe ich die Umstellung Schritt für Schritt und nicht abrupt von heute auf morgen durchgezogen“.
Warum ist es dir so wichtig, „sauber“ zu essen? 
„Je mehr man sich mit dem Thema beschäftigt, desto mehr lernt und erfährt man und mittlerweile weiß ich einfach, wie schlimm das ganze weiterverarbeitete Zeug für den Körper ist. Natürlich gehe ich hin und wieder ins Restaurant oder bin bei Freunden zum Essen eingeladen und da kann ich diese Gedanken dann auch abstellen und esse alles. Aber grundsätzlich fühle ich mich einfach so viel besser, wenn ich meinen Körper nicht mit verarbeiteten Produkten belaste. Ich versuche, die sogenannte „80-20-Regel“ zu befolgen. 80 Prozent meiner Zeit ernähre ich mich gesund und 20 Prozent achte ich nicht so darauf“.
Was ist das Ziel von „Clean Eating“? 
„Viele denken, dass es darum geht abzunehmen. Das ist aber nicht ganz richtig. Man nimmt zwar automatisch ein wenig ab, wenn man sich so gesund ernährt und Dickmacher weglässt aber das eigentliche Ziel dieser Ernährungsweise ist es, sich von Innen und Außen wohl und gesund zu fühlen und den Körper nicht mit ungesunden Zusatzstoffen zu belasten“. 
Du bist ja auch Mama. Wie hältst du es mit der Ernährung deiner kleinen Tochter? 
„Ich achte sehr auf eine gesunde Ernährung bei meiner Tochter. Zuhause essen wir alle „clean“, also auch sie. Wenn sie aber mit anderen Kindern zusammen ist, darf sie natürlich Kekse oder den Geburtstagskuchen oder so essen. Das würde ich ihr nie verbieten“.
Sündigst du auch mal? 
„Ja! Ziemlich regelmäßig sogar. Wie gesagt, ich setze auf die 80-20-Regel und könnte niemals für immer und ewig auf ein Stück Kuchen vom Bäcker oder ein Eis im Sommer verzichten. Und das muss man auch nicht“.
Du macht aber auch viel Sport, oder? 
„Ja, schon. In und nach der Schwangerschaft natürlich nicht so viel aber seit ca. einem Jahr mache ich wieder sehr regelmäßig Sport. Eine Mischung aus Cardio, Krafttraining und Yoga“.
Funktioniert „Clean Eating“ auch ohne Sport? 
„Auf jeden Fall. Man sagt, dass zu 80 Prozent die Ernährung bestimmt, wie der Körper aussieht. Nur zu 10 Prozent sind Sport und Bewegung ausschlaggebend und weitere 10 Prozent machen die Gene aus. Von daher kann man mit gesunder Ernährung schon echt viel erreichen. Wenn man aber einen straffen Körper und hier und da ein paar Muskeln haben möchte, ist Sport natürlich unerlässlich. Und ich persönlich fühle mich durch Workouts auch einfach besser und fitter“.
Wie bist du auf die Idee gekommen, einen Blog zu machen?
„Angefangen habe ich mit dem Blog, weil mich immer alle gefragt haben, wie das mit dem „Clean Eating“ funktioniert. Ich habe Freundinnen und Bekannten oft davon erzählt und alle waren immer ganz interessiert und haben mich nach Infos und Rezepten gefragt. Nachdem ich dann erst in einer Facebook-Gruppe alles verschickt habe und dann aber immer mehr interessierte Menschen dazu kamen, dachte ich mir irgendwann, dass es sinnvoller und einfacher wäre, es einfach komplett öffentlich und für alle zugänglich zu machen“. 
Welche Tipps würdest du Menschen geben, die gerne mit „Clean Eating“ beginnen möchten? 
„Ich rate auf jeden Fall langsam und nach und nach umzusteigen. Ich habe es ja selbst so gemacht. Ansonsten ist es einfach zu hart und man verliert, denke ich, schnell wieder die Lust. Einfach erstmal Weißmehlnudeln durch Vollkornnudeln ersetzten oder Mittags mal einen selbst gemachten Salat essen, statt zum Bäcker zu gehen. Aber nicht von heute auf morgen die komplette Ernährung umstellen. Auf meinem Blog findet man auch ganz viele Tipps für den Anfang“.


Auf www.juliefeelsgood.de findet ihr richtig tolle Rezepte, die natürlich clean und wahnsinnig lecker und abwechslungsreich sind. 

Share this Post

Leave a Comment