Lifestyle: Kolumne „Die Sache mit der Sauberkeit“

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Kolumne: Die Sache mit der Sauberkeit

Wann ich sie mag und wann nicht

Sauberkeit – ein Wort, das in vielen verschiedenen Bereichen des Lebens eine Bedeutung hat. In manchen Bereichen finde ich eben jene Sauberkeit wichtig, in manchen Lebenslagen könnte ich darauf verzichten. 
Ich mag es, wenn unsere Wohnung sauber ist. Und in Hotelzimmern ist Sauberkeit für mich ein absolutes Muss. Aber ich kann nicht von mir behaupten, dass ich einen Putzfimmel habe oder so. Ich halte es auch sehr gut mal eine Zeit lang zwischen ein paar Staubfusseln und Make-Up-Klecksen auf dem Waschbeckenrand aus. Aber wenn ich putze, dann richtig. Wenn mich der Putzwahn überkommt (was ca. zwei Mal im Monat passiert), kann man anschließend vom Boden unserer Wohnung essen und in den blitzeblanken Armaturen sein Spiegelbild bewundern. Hach, toll! Schade nur, dass dieser Zustand meist nicht sehr lange anhält. Wenn es also um Sauberkeit im klassischen Sinne geht, mag ich sie sehr. 
Dagegen tue ich mich mit sauberem und genauem Arbeiten eher schwer. Nicht, wenn es um Texte geht. Ich lege großen Wert auf intensive Recherche und bin ein kleiner Rechtschreib-Nazi. Aber schon als Kind war ich nie sonderlich gut im Basteln. Nicht, weil ich es nicht gut konnte, sondern einfach weil es mir nicht wichtig war, ob die Blume nun genau in der Mitte des Bildes klebt oder ob ein bisschen überschüssiger Kleber darunter hervorquillt. Gleichaltrige Mädchen hätten damals einen Heulkrampf oder einen Tobsuchtsanfall bekommen wenn ihnen so ein Missgeschick passiert wäre. Ich dagegen fand mein Bild auch mit kleinen Makeln okay. Ich war und bin einfach keine Perfektionistin. Deswegen stört es mich auch nicht, wenn Dinge, vor allem Dinge, dich ich selbst mache, nicht zu 100 Prozent perfekt sind. Und ehrlich gesagt, stelle ich auch immer wieder fest, dass es gar nicht so schlimm ist, nicht immer alles makellos haben und machen zu wollen. Dadurch bin ich viel entspannter als einige meiner Freunde und Mitmenschen. Und ich mache mir selbst auch nur selten Stress. Ich denke einfach immer: „Ich mache es so gut ich kann und wenn es nicht reicht, dann ist es eben so“. So lange ich mit mir selbst und meiner Arbeit zufrieden bin, kann mich so schnell nichts aus der Ruhe bringen oder verunsichern.
Das Problem ist allerdings, dass ich mit einer absoluten Perfektionistin zusammenarbeite. Sauberes und überkorrektes Arbeiten ist für Shanti das oberste Gebot. Und da Perfektion nur sehr schwer zu erreichen ist, ist Shanti auch nur sehr selten mit etwas zufrieden. Nach etwa 60 geschossenen Fotos sage ich meist: „Ja, da ist doch etwas Gutes dabei!“. Von Shanti kommt dagegen dann oft: „Hach, ich weiß nicht! Vielleicht probieren wir es nochmal anders…“. Tatsächlich ist unsere Verschiedenheit in Punkto „Sauberkeit“ oft ein bisschen kompliziert für unsere Zusammenarbeit aber gleichzeitig ergänzen wir uns dadurch auch wahnsinnig gut und wählen meist einen gesunden Mittelweg. Ich bin mittlerweile der Meinung, dass jeder Perfektionist, einen „Hey, passt doch!“-Menschen in seinem nähren Umfeld braucht, der ihn hin und wieder beruhigt und auf den Boden der Tatsachen zurück holt. Dagegen profitieren Menschen wie ich auch oft vom enormen Anspruch mancher Perfektionisten. Es ist einfach eine gute Fusion. Deswegen lebe ich wohl auch mit einem Mann zusammen, dem perfekte Sauberkeit in der Wohnung nicht ganz so wichtig ist…

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