Lifestyle: Richtig Laufen – Jogging-Tipps vom Experten

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Lifestyle: Richtig Laufen – Jogging Tipps vom Experten

From zero to hero 

Mit dem Joggen anzufangen ist nie leicht. Egal, ob man ein kompletter Anfänger ist, oder nach einer längeren Pause wieder anfängt – die meisten tun sich erstmal schwer. Aber woran liegt das? Welche Fehler machen wir? Und welche Rolle spielen dabei z.B. die richtigen Schuhe? Wir haben uns mit Laufexperte Bernd Neuhardt unterhalten, der seit 2006 eine Lauf- und Nordic Walking-Schule in Zweibrücken betreibt und Lauftrainings aller Art anbietet. Er hat uns alle wichtigen Fragen zum Thema „Richtig Laufen“ beantwortet. 

Was fasziniert dich so am Laufen?
Ich finde das Laufen gerade am Morgen einfach belebend und perfekt, um den Kopf für den Tag frei zu bekommen. Die positiven Erlebnisse, die mir das Laufen schon früh gegeben hat, wollte ich dann einfach an andere weitergeben und so habe ich die Laufschule gegründet. 
Welche Trainings bietet ihr in der Laufschule an? 
Generell bieten wir täglich Lauf- und Nordic Walking Trainings an. Unser Team besteht aus 17 Lauftrainern und vier Fitnesstrainern. Die Trainings, die wir anbieten, sind sehr vielfältig und unterschiedlich. Der klassische Einsteiger-Kurs startet zwei Mal im Jahr. Dabei fängt man wirklich bei null an und arbeitet sich dann langsam bis zu 60 Minuten Laufen hoch. Das Ganze dauert meist ca. drei Monate. Außerdem gibt es jeden Tag ein Lauftreff-Angebot, bei dem es zwei bis fünf Leistungsgruppen gibt. Da ist für jeden und vor allem für jedes Level etwas dabei. Lauftechnik-Schulungen und Lauf-Camps bieten wir auch an. 
Was sind die häufigsten Fehler, die Lauf-Anfänger machen?
Die meisten starten zu schnell, geben gleich am Anfang zu viel Gas und sind dann nach 500 Metern schon k.o. und denken: „Oh, das ist nichts für mich!“. Die Hauptaufgabe von Lauftrainern ist es Einsteiger am Anfang richtig auszubremsen. Man soll sich langsam steigern und sich nach und nach an das Laufen herantasten. Ein weiterer Fehler ist das zu häufige Laufen. Gerade Einsteiger sind oft ein bisschen übermotiviert und gehen dann mehrere Tage hintereinander Joggen. Wenn man als Anfänger aber ein Mal laufen war, braucht man anschließend mindestens zwei Tage, bis sich der Körper wieder erholt hat. In unserem Einsteiger-Kurs gehen die Kandidaten am Anfang auch nur zwei mal pro Woche laufen. Es ist einfach eine ungewohnte Belastung für den Körper und man muss ihm Zeit geben, damit klarzukommen und sich darauf einzustellen. Das Herz-Kreislaufsystem entwickelt sich meist schneller und kommt früher mit der Belastung zurecht, als der Bewegungsapparat. Sehnen, Bänder und Gelenke brauchen drei bis vier Mal so viel Zeit, um sich an neue Belastungen zu gewöhnen. Um Überlastungsschäden zu vermeiden, sollte man dem Körper einfach genug Zeit zur Regeneration gönnen. 
Spielen auch die richtigen Schuhe eine große Rolle?
Auf jeden Fall! Die Schuhe sind das Bindeglied, das die Bewegung erst ermöglicht. Deshalb sind die richtigen Schuhe das A und O beim Laufen. Richtig bedeutet, dass der Schuh zum Fuß passen muss. Etwa 70 Prozent der Deutschen haben keinen Normalfuß, sondern einen Spreiz-, Senkfuß etc. Und darauf muss beim Schuhkauf geachtet werden. Ich empfehle Laufschuhe immer bei einem Spezialisten zu kaufen, der am besten selbst Läufer ist und sich ausgiebig beraten zu lassen. Der falsche Schuh kann einem die Freude am Laufen nämlich ganz schnell nehmen.   
Was sollten Menschen beachten, die Gelenkprobleme oder Ähnliches haben? 
Das Problem ist, dass viele glauben, Laufen alleine würde genügen. Das stimmt aber nicht. Vor allem wenn man Probleme mit dem Gelenkapparat hat, muss man ein ganz gezieltes Ergänzungstraining machen, um die Muskulatur rundherum zu stärken. Darauf machen wir auch in der Laufschule immer aufmerksam und bauen Kräftigungs- und Stabilisations-Übungen in die Trainings mit ein. Und das alleine hilft oft schon. Wenn es aber ein größeres, ernsteres Problem ist, am besten einen Arzt oder Physiotherapeuten zu Rate ziehen. 
Welche Rolle spielt der Untergrund, auf dem man läuft?
Für die meisten ist es einfach angenehmer auf weicherem Boden statt auf Asphalt zu laufen. Die Belastung für die Gelenke ist dann einfach nicht ganz so groß. Wobei auch dabei wieder die Schuhe wichtig sind. Es gibt Schuhe, die super für das Laufen auf Asphalt geeignet sind und einiges an Belastung abfedern. Wiederum braucht man einen Schuh mit stabiler Sohle, wenn man im Wald läuft und auch mal auf Wurzeln etc. tritt. 
Was würdest du jedem raten, der besser werden möchte? 
Ich würde eine Leistungsdiagnostik empfehlen. Dabei wird geprüft, wie der aktuelle Stand der Leistungsfähigkeit bezogen auf das Herz-Kreislauf-System ist. Dementsprechend gezielt kann man anschließend dann trainieren. Bundesweit gibt es verschiedene Anbieter, bei denen man ein solche Diagnostik machen lassen kann. Einfach mal googeln, wo es in der Nähe möglich ist.
Was würdest du den Menschen abschließend gerne mit auf den (Lauf-)Weg geben?
Das Laufen hat generell drei Trainings-Bestandteile: Das langsame, lange Laufen, das Tempotraining und die Regeneration. Diese drei Bestandteile sind alle gleich wichtig. Pausen und Erholungsphasen sind also für jede Leistungsstufe essentiell. Denn nur in diesen Phasen kann der Körper sich entwickeln. 



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